Niedrige Zinsen - Hohe Kredite - Die Gefahren einer kompletten Finanzierung

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Wegen der aktuell sehr niedrigen Kreditzinsen scheint die Finanzierung eines Eigenheimes, einer Eigentumswohnung oder einer Wohnung als Kapitalanlage so einfach wie nie. Teilweise finanzieren Banken Immobilienkäufe zu 100 Prozent, wobei lediglich ein Zinssatz von etwas über ein Prozent zu Buche steht. Doch solch verlockende Angebote sind dennoch mit Vorsicht zu genießen.


Risiko! Ohne eigenes Geld zu den eigenen vier Wänden

Durch die Geld-Politik der Europäischen Zentralbank ist es aktuell vielen Bürgern möglich, sich den Traum vom Eigenheim ohne jegliches Eigenkapital zu erfüllen. Die Vollfinanzierung eines Neubaus oder eines Immobilienkaufs erscheinen bei lediglich etwa ein Prozent Darlehenszinsen mehr als verlockend. Zudem lässt man sich mit der Möglichkeit einer Vollfinanzierung, in Anbetracht der immer teurer werdenden Bau- und Immobilienpreise, gerne und schnell zu einer Kreditnahme ohne eigenes Kapital verleiten.

Bei Vollfinanzierungen ist Vorsicht geboten

Den Vorteil, dass man als Käufer oder Bauherr bei derart günstigen Zinsen im Alltag weiterhin flüssig bleibt, wiegen dennoch einige Nachteile wieder auf. Denn lässt man sich den kompletten Kaufpreis einer Immobilie finanzieren, spricht man lediglich von einer Netto-Finanzierung. Seine Tücken zeigt ein Finanzierungs-Kauf jedoch in den folgenden Kosten auf: Denn die Brutto-Finanzierung, nämlich Notargebühren, Maklerprovisionen, Grundbucheintrag, Grunderwerbssteuer, sowie eventuelle Renovierungsarbeiten und Möblierung, schlagen nochmals mit mindestens zehn Prozent des Anschaffungspreises zu Buche. Als Käufer sollte man sich daher unbedingt über derlei Kosten, die die alleinige Anschaffung eines Objektes verursachen, im Klaren sein und in Erwägung ziehen, diese mittels Eigenkapital zu stemmen, um sich nicht noch höher verschulden zu müssen.

Je niedriger der Zinssatz, desto länger die Ratenzahlung

Auf kurze Sicht erscheint eine 100-Prozent-Finanzierung zu guten Konditionen reizvoll. Doch sollte man sich über die lange andauernde Tilgung im Klaren sein. Bei besonders niedrigen Zinssätzen kann diese um die 30 Jahre oder länger dauern. Zwar besteht die, von den Banken durchaus gern gesehene, Möglichkeit, die Abzahlung einer Hypothek zu beschleunigen, doch übersteigt dies zumeist das deutsche Durchschnitts-Portmonee, was für Viele finanzielle Engpässe nach sich zieht.

Zehn Jahre Zinssicherheit. Und dann?

In vielen Kreditverträgen wird der Zins auf vorerst zehn Jahre festgelegt. Innerhalb dieser Frist ist die Höhe der Raten also auf einem gesichert gleich bleibenden Niveau. Sollten jedoch nach Ablauf der Zehn-Jahres-Frist das Zinsniveau gestiegen sein, kann die finanzierende Bank diesen neuen Zinssatz auf den Kredit anwenden. Da bei einer Vollfinanzierung nach zehn Jahren im Normalfall lediglich ein kleiner Teil der Schulden beglichen sein dürfte, können dann extreme finanzielle Belastungen auf den Kreditnehmer zukommen.

Kann ich mir das wirklich leisten?

Nicht zuletzt kann eine Fehleinschätzung der eigenen Möglichkeiten und Ansprüche, sowie der Wertigkeit einer Immobilie dem immerwährenden Wohnglück im Wege stehen. Denn oftmals sind Käufer und Bauherren nicht wirklich in der Lage ihre persönliche Situation oder auch die des Immobilienmarktes richtig einzuschätzen. Krankheit, Trennung oder ein starker Wertverlust der vollfinanzierten Immobilie können einem in die Quere kommen. Im schlimmsten Fall kommt dann nur noch der Verkauf der Immobilie in Frage, was für Eigner mit klammen Kassen den finanziellen Ruin bedeuten kann.

Aufmerksamkeit kann vor Schrottimmobilien schützen

fenster zerbrochen 1Um sich vor der Anschaffung einer Schrottimmobilie zu schützen, sollte man zudem einige Dinge beachten: Um die Angemessenheit des Angebots zu prüfen ist es ratsam, dieses mit den Preisen ähnlicher Objekte zu vergleichen und sich von unabhängigen Sachverständigen oder unabhängigen Experten auf diesem Gebiet beraten zu lassen. Dazu sollte man auf keinen Fall einen Kauf tätigen, ohne das Objekt und seine Peripherie vorher persönlich und gründlich inspiziert zu haben. In welchem Zustand die eigentlichen „Vier Wände“ sind kann hierbei genauso wichtig sein wie zum Beispiel die Größe der Wohnanlage, die umliegende Infrastruktur oder der Sanierungszustand des gesamten Gebäudes. 

Weiterführende Links:
Weitere Tipps vor dem Kauf einer Eigentumswohnung finden Sie hier.

Redaktion wohnungsbesitzer.de


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