Maklergebühr: Wer ordert bezahlt – Was das geplante Bestellerprinzip bedeutet

justizia3Wer bestellt bezahlt. Was im alltäglichen Leben ganz normal zu sein scheint, findet sich im Immobilienmarkt umgekehrt wieder. Hier gilt noch die Regel, der Vermieter bestellt den Makler, der Mieter entlohnt ihn. Das soll sich aber schon bald ändern. Denn der Gesetzentwurf zum Bestellerprinzip bei der Wohnungssuche steht bereits seit über einem Jahr in den Startlöchern. Ende Januar oder Anfang Februar soll er nun voraussichtlich beschlossen werden. Die Frage ist nun welche Auswirkungen ein Inkrafttreten auf den Mietimmobilienmarkt haben könnte.


Der Auftraggeber zahlt die Provision.

Klar ist, dass ab dem Wirkungszeitpunkt des Gesetzes nur noch derjenige eine Maklerprovision entrichten muss, der diesen auch beauftragt hat. Das heißt, nimmt ein Wohnungssuchender einen Makler zu Hilfe, muss er diesen auch bezahlen. Lässt ein Vermieter mittels eines Maklers die richtigen Mieter suchen, zahlt auch hier der Auftraggeber die Makler-Courtage.

Das Gesetz gilt nicht beim Wohnungskauf.

Wohnungskäufe und-Verkäufe befinden sich allerdings außerhalb des Wirkungsbereiches des Bestellerprinzip-Gesetzes. Hier kann auch weiterhin frei bestimmt werde, wer die Makler-Provision bei einem möglichen Kauf oder Verkauf zu entrichten hat.

Für Makler könnte es eng werden.

Viele Makler befürchten, dass das marktwirtschaftliche Prinzip auf dem Mietimmobilienmarkt viele Vermieter davon abhalten könnte einen Makler zu beauftragen. Dass diese Bedenken nicht ganz unbegründet sind zeigt eine Studie der Vermittlungsplattform Immonet. Diese besagt, dass 82 Prozent der Immobilieneigentümer glauben, dass Vermieter zukünftig keinen Makler mehr zur Mietersuche beauftragen werden.

Bereinigung der Makler-Branche?

So schlecht das Bestellerprinzip für viele Makler auch sein mag, so gut könnte es dem angekratzten Image der Makler-Branche tun. Denn dass die deutsche Makler-Welt auch einige schwarze Schafe beherbergt ist unbestritten. Doch durch das Motto 'wer bestellt bezahlt' werden Makler in Zukunft mehr auf die Wünsche und Bedingung der Auftraggeber eingehen müssen, was den Weg für unseriöse Machenschaften immer steiniger machen dürfte.


Redaktion wohnungsbesitzer.de

Weiterführende Links:

Der Gesetzentwurf des Bundesrates

Immonet-Studie: Bestellerprinzip als Chance zum Neuanfang?



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