Wohnungsleerstand – Bis zu 4,6 Millionen Wohnungen sollen bis 2030 leer stehen

studentenbalkonsIn Zeiten durch die Decke schießender Immobilienpreise sind die Menschen mancherorts schon froh sich überhaupt ein Dach über dem Kopf leisten zu können. Immobilien sind heiß begehrte Ware und der Markt glüht. Da erscheint es doch eher befremdlich, dass sich schon binnen einiger Jahre ein ernsthaftes Problem mit Wohnungsleerständen entwickeln soll. Doch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, kurz BBSR, prognostiziert mehr als eine Verdoppelung der Leerstände deutscher Wohnungen bis 2030.


Weniger Menschen, kleinere Haushalte


Bisher konnte in den meisten Kommunen eine steigende Nachfrage nach Wohnraum verzeichnet werden. Zwar sinken die Einwohnerzahlen konstant, doch führte das bislang nicht zu einer Abnahme der Haushalte. Ganz im Gegenteil stieg, wegen immer kleiner werdender Haushaltsgrößen, die Nachfrage nach Wohnraum sogar an. Jetzt scheint allerdings eine Trendwende bevor zu stehen. Laut Vorausschau des BBSR werden künftig immer mehr Immobilien leer stehen. Für die Kommunen und Immobilieneigner kann das herbe Konsequenzen haben.

Fast 10 Prozent Wohnungsleerstände in Sachsen - In Hamburg nur 1,5 Prozent

Aktuell befinden sich 1,72 Millionen Wohnungen in Deutschland im Leerstand, was 4,4 Prozent des kompletten Wohnungsbestandes ausmacht. An der Spitze findet sich aktuell das Bundesland Sachsen wieder. Hier stehen 9,9 Prozent der Wohnungen leer. Im Gegensatz dazu kann sich Hamburg mit einem Leerstand von nur 1,5 Prozent schmücken. Betrachtet man die Wohnungen auf dem gesamtdeutschen Markt, stehen vor allem Wohnungen im kommunalen Bereich sowie kleine Wohnungen unter 40 Quadratmeter leer.

Großes Gefälle zwischen Ost-und Westdeutschland

Grundlage für die Studie „Aktuelle und zukünftige Entwicklung von Wohnungsleerständen in den Teilräumen Deutschlands“ des BBSR sind Zahlen zur demographischen Entwicklung in Deutschland. Hier wird bis 2030 eine Bevölkerungsabnahme von insgesamt 3 Prozent auf 79,3 Millionen Einwohner erwartet, wobei das Bundesinstitut jedoch einen starken Unterschied zwischen Ost-und Westdeutschland voraussagt. Während der gesamte Westen lediglich um ein Prozent weniger bevölkert sein wird, soll der Osten bis in 15 Jahren elf Prozent weniger Bewohner vorweisen können. Für dieses Ungleichgewicht sind vor allem ausbildungs- und arbeitsmarktorientierte Gründe ausschlaggebend. Dennoch wird erwartet, dass die Gesamtzahl der Haushalte bis 2030 um 1,8 Prozent ansteigen wird. Grund hierfür ist ebenfalls die bereits erwähnte ansteigende Zahl der Haushalte.

Leerstände - BBSR betrachtet drei Szenarien

Für die Prognose zu den Wohnungsüberhängen bis zum Jahr 2030 betrachtet das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung drei unterschiedliche Szenarien. In allen drei Fällen steigt der Wohnungsleerstand, mal mehr mal weniger, an. Würden zum Beispiel bis 2030 keine Neubauten mehr errichtet, würden bis dahin dennoch 800.000 Wohnungen mehr als heute ungenutzt bleiben. Im äußersten Fall sieht das BBSR einen Überhang von 4,6 Millionen Wohnungen.

Weiterführende Links:

Flächenverbrauch, Flächenpotenziale und Trends 2030. Eine Veröffentlichung des BBSR.

Einen weiteren Bericht zur Thematik finden Sie unter hee-rechtsanwaelte.de.


Redaktion wohnungsbesitzer.de


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